Meine Urlaubsleseliste

Andreas war im Urlaub und las vier Bücher, die grob in die Welt unserer Arbeit passen. Hier die Kurzrezensionen.

Wenn ich schon in den Urlaub fahre und damit als produktive Einheit für Vortrieb ausfalle, gilt es auf jeden Fall rückwirkend wenigstens noch einen Blogpost herauszuholen. Darum hier die Kurzrezension der Bücher, die ich im Urlaub las, bis mein Kindle alle viere von sich streckte.

Seductive Interaction Design – Stephen P. Anderson

Titelseite Seductive Interaction Design

Schon etwas älter, habe ich mich trotzdem auf das Buch von Herrn Anderson sehr gefreut. In dem Buch wird die Kunst der Verführung durch Benutzeroberflächen beleuchtet, Ideen und Tipps gegeben.

Eine sehr anregende Lektüre, auch wenn es an manchen Stellen etwas sehr oberflächlich daher kommt. Ideen werden vorgestellt und die Ziele, die damit Verbunden sind. Zum endgültigen Erfolg wird aber oft einfach nichts geschrieben. Da hätte ich mir gewünscht, dass vielleicht ein bis zwei Themen, die eher am Rande dazu gehören, weniger angeschnitten würden und dafür die verbleibenden Themen etwas mehr Tiefgang bekämen.

Die Kindle-Version wirkt oft etwas wirr, da sich das Layout des Buches wohl nicht problemlos linearisieren ließ. Nach den ersten zwei Vorkommnissen hat man das aber raus. Wer das Buch nicht unbedingt im Urlaub liest, sollte vielleicht auf die gedruckte Variante zurückgreifen.

Unterm Strich habe ich mir trotzdem ein paar Ideen für aktuell anstehende Projekte notiert und kann das Buch trotz besagter Schwächen für den Einstieg in das Thema durchaus empfehlen, auch wenn der Autor den Vergleich zum Dating vielleicht etwas hätte reduzieren können.

★★★☆☆

To Do: Die neue Rolle der Gestaltung in einer veränderten Welt – Florian Pfeffer

Titelseite Florian Pfeffer  ToDo

Zum Glück hatte ich noch ein gebundenes Buch dabei, nachdem der Kindle in die ewigen Jagdgründe verbannt war. Ich kaufte es nach einem Vortrag von Florian Pfeffer gezielt für den Urlaub und endlich liegt es nicht mehr vorwurfsvoll in meinem Wohnzimmer herum.

Zu beginn stimme ich der grundsätzlichen Prämisse des Autors, Designer würden sich in einer nie dagewesene Sinnkriese befinden und müssten den gesamten Berufsstand neu erfinden, weil es jetzt das Internet gibt, nur bedingt zu.

Wie vom Verlag Hermann Schmidt Mainz gewohnt, kommt das Buch hochwertig und schön aufbereitet daher. Leider stinkt der Einband ziemlich. Wer das Buch neu kauft, sollte es beim Transport im Koffer luftdicht verpacken. Meins war zum Glück weitgehend ausgedünstet, so dass ich nur die Hände nach dem Lesen im Mittelmeer waschen musste. Wer kein Mittelmeer zur Hand hat, kann auch Wasser und Seife benutzen.

Inhaltlich gibt es viele Ideen und Konzepte, die grob aus der Welt des Designs kommen und wenn man die hochtrabende Einführung im Designer-Hochschul-Geschwafel-Deutsch überstanden hat, finden sich ein paar sehr anregende Inhalte und Beispiele.

Insgesamt wirkt das Ganze aber ein bisschen wahllos zusammengeschustert und auch, wenn ein paar ganz nette Ideen vorgestellt werden, kann ich mich nur schwer mit dem hochtrabenden und verschwurbelten Designersprech anfreunden.

★★☆☆☆

Implementing Value Pricing – Ronald J. Baker

Titelseite Ronald Baker  Implementing Value Pricing

Mit der Frage, ob und wie sich andere Preisstrategien für ein Designbüro wie unseres umsetzen lassen, befasse ich mich immer mal wieder.

Ron Baker ist der Guru der wertebasierten Preisgestaltung. Auch wenn er mehr aus der Sicht der amerikanischen Buchhaltungsfirmen und großer Anwaltskanzleien schreibt, sind die Ideen doch sehr anschaulich und praktisch vorgetragen, immer mit Theorie untermauert und passen gut in die Umgestaltung unseres eigenen Preismodells, die wir aktuell mit ersten Kunden testen.

Insgesamt scheint das vorgestellte Modell der zeitbasierten Variante klar überlegen in Sachen Kundenfreundlichkeit aber auch Dienstleisterfreundlichkeit mit dem kleinen Haken, dass es etwas schwieriger einzusetzen ist, als einfach die Uhr mitlaufen zu lassen.

Da das aber nicht das erste Buch des Autors zu dem Themengebiet ist und er seit Jahren mit verschiedensten Unternehmen daran arbeitet, trieft das Buch nur so von Erfahrung ist eine klare Leseempfehlung für jeden, der darüber nachdenkt sich von zeitbasierten Preisen im Dienstleistungsgewerbe zu verabschieden, eine klare Leseempfehlung.

★★★★★

Authority – Nathan Barry

Titelseite Nathan Barry  Authority

Last but not least das Buch, bzw. das Sammelwerk von Nathan Barry zum Thema ein Buch im Selbstverlag zu veröffentlichen. Keine Angst, ich gehe jetzt nicht unter die Autoren, aber ein Freund von mir tut es und es kann ja nie schaden, sich ein paar Ideen zur Vermarktung anzulesen, weil ich ja auch derjenige sein werde, der es technisch umsetzen darf.

Insgesamt ein schönes Paket aus Erfahrungen und Fallbeispielen verschiedener Autoren, die nebenbei oder als Haupteinnahmequelle auf dem eigenen Fachgebiet und ohne Verlag digitale Bücher veröffentlichen.

★★★★☆

Ich hätte vor dem Urlaub auch nicht gedacht, dass ich so viel lesen werde, aber überraschender Weise hat man am Tag Zeit für solche Aktivitäten, wenn man nicht arbeitet. Das ist jetzt zwar vorbei aber ich werde versuchen, das mit dem Lesen trotzdem wieder etwas hochzufahren.

Portraitfoto Andreas Dantz

Andreas Dantz

Andreas ist Designer und Berater für Digitales und ist spezialisiert auf Designsysteme & Apps.

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